Mein Werdegang
Das sprichwörtliche Licht der Welt erblickte ich am 19.07.1952 im
damaligen Ostberlin. Ich war noch keine vier Jahre alt, als meine
Eltern mit meinen drei Schwestern und mir in den Westen flohen.
Das bedeutete, daß sie wirtschaftlich praktisch wieder bei
"Null" anfangen mußten, aber sie wollten, daß ihre
Kinder in Freiheit aufwachsen. Ich bin ihnen sehr dankbar für
diese Entscheidung!
Meine Kindheit verlebte ich dann in einem kleinen Dorf in
Schleswig-Holstein, zwischen Hamburg und Lübeck gelegen. Dort
wurde damals praktisch nur plattdeutsch gesprochen, was für uns
als Berliner natürlich völlig fremd war. Aber ich habe es bald
zumindest gut verstehen gelernt (un ick kann nu ok 'n beten
plattdütsch snacken).
Ich habe meine Eltern nie
anders gekannt als bewußte und engagierte Christen. Schon in
Berlin waren sie aktive Mitglieder einer Evangelisch-Freikirchlichen
Gemeinde
gewesen (das sind Gemeinden, die sich nicht aus Kirchensteuern,
sondern durch freiwillige Spenden ihrer Gemeindeglieder
finanzieren und in die man nicht durch die Kindertaufe
aufgenommen wird, sondern erst nach einer bewußten Entscheidung
für Jesus Christus, und dann durch völliges Untertauchen). Ich
wußte, daß auch ich eines Tages dazu Stellung beziehen mußte,
sei es dafür oder dagegen. Da ich sah, daß der Glaube meiner
Eltern echt war und sich auch im Alltag als tragfähig erwies,
wollte ich auch so leben wie sie.
Als Zehnjähriger wurde mir eines Tages sehr bewußt, daß ich
einmal sterben muß. Und mir war klar, daß Gott mich dann für
mein Leben zur Rechenschaft ziehen würde. Bei diesem Gedanken
wurde mir angst und bange, denn obwohl ich nie etwas besonders
Schlimmes getan hatte, wußte ich, daß es genügend Dinge in
meinem Leben gab, die mich vor Gott schuldig machten. Vor ihm war
ich auf der ganzen Linie schuldig! Auf einmal hatte ich eine
schreckliche Angst vor dem Sterben.
Abends fragte mich meine Mutter, was mit mir los sei. Als ich es
ihr sagte, erklärte sie mir, daß Jesus Christus am Kreuz
gestorben ist, damit Gott uns nicht für unsere Schuld bestrafen
muß, was wir durchaus verdient hätten. Gottes Sohn hat alle
unsere Sünde auf sich genommen und gesühnt, so daß Gott uns
nun vergeben kann. Man braucht das nur wie ein Geschenk
anzunehmen. Daraufhin gingen wir beide auf die Knie, und ich
dankte dem Herrn Jesus im Gebet für das, was er für mich getan
hat, und bat ihn, auch mir meine Schuld zu vergeben. In diesem
Augenblick war die Angst wie weggeblasen; dafür hatte ich auf
einmal die feste Gewißheit, daß meine Schuld tatsächlich
vergeben ist.
Drei
Jahre später ließ ich mich taufen und schloß mich ebenfalls
der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Bad Oldesloe an. Es
dauerte aber noch wesentlich länger, bis ich begriff, daß Gott
noch viel mehr für mich bereithielt als die Vergebung: er wollte
und will mich führen, mich vor falschen und schädlichen Wegen
bewahren, mir ein erfülltes Leben schenken und mich gebrauchen,
um auch durch mich sein Reich in dieser Welt zu bauen.
Ich bin froh, daß ich mich darauf eingelassen habe. Ich habe
tatsächlich immer wieder ganz klar Gottes Führung in meinem
Leben erfahren. Aber ich will niemand mit den Einzelheiten
langweilen.
Nach dem Abitur besuchte ich die Bibelschule Brake, wo ich die Bibel besser
kennenlernte - und meine jetzige Frau Annette. Ein Jahr später
heirateten wir, und ich setzte meine Ausbildung fort an der
damaligen Freien Evangelisch-Theologischen Akademie (heute: Staatsunabhängige Theologische
Hochschule Basel), was einem Theologiestudium an einer Universität
entspricht. Allerdings gehen dort alle Professoren und Dozenten
davon aus, daß die Bibel tatsächlich und uneingeschränkt
Gottes Wort ist und daß alle ihre Aussagen ohne Fehler und
Irrtümer und daher für uns absolut verbindlich sind.

Von 1983 bis 1986 waren wir dann in Les Cayes in Haiti, wo ich an einer Bibelschule für einheimische Pastoren lehrte. Das war einesehr schöne und wertvolle Zeit für uns, nicht zuletzt, weil
nach unserer zehnjährigen Kinderlosigkeit dort unser erster Sohn
geboren wurde.
Als wir aus verschiedenen
Gründen nach Europa zurückkehrten, wollten wir unsere
Sprachkenntnisse weiterhin nutzen, und ich wollte an einer
ähnlichen Ausbildungsstätte in Frankreich unterrichten. Aber
Gott machte uns nach und nach klar, daß er etwas ganz anderes
mit uns vorhatte, und so landeten wir im Februar 1988 in
Rüsselsheim, wo ich in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde als Pastor angestellt
wurde. Vorher kam aber noch unser zweiter Sohn zur Welt. Seit dem 01.08.2010 bin ich arbeitslos.
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